Den Adventskranz findet man während der Vorweihnachtszeit in fast jedem Zuhause. Während im letzten Jahrhundert noch für jeden Tag eine Kerze angezündet wurde, haben Adventskränze heute nur noch ein Licht pro Woche. So wie der Adventskranz meist aus immergrünen Tannenzweigen besteht, zeigen auch andere Bräuche den Wunsch der Menschen vergangener Jahrhunderte nach Frischem und Lebendigem im Winter:

Barbarazweige sind Zweige von Obstbäumen, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem liturgischen Gedenktag der hl. Barbara in der römisch-katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche (Barbaratag), geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden. Je nach Gegend und Brauchtum werden Kirsch-, Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwendet. Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und zum Weihnachtsfest die Wohnung schmücken.

Bitte beachten: Die Zweige müssen entweder vor Sonnenaufgang oder beim Vesperläuten (also gegen 18 Uhr) geschnitten werden. Weniger bekannt als die Barbarazweige ist die Tradition des “Adonisgärtleins”. Gerstenkörner, die Anfang Dezember in eine Tonschale gesät werden, sind mit ein wenig Glück bis Weihnachten zu frischen grünen Gräsern herangewachsen.

Weihnachtsbaum
Das beliebteste Symbol zur Weihnachtszeit ist der Weihnachtsbaum. Erstaunlich daran ist, dass es ihn noch gar nicht so lange gibt. Der Weihnachtsbaum, wie wir ihn kennen, ist noch keine 400 Jahre alt. Den Brauch jedoch, die düstere Winterzeit mit grünen Pflanzen als Hoffnung auf neues Leben und Kerzen als Hoffnung auf neues Licht zu schmücken, gab es schon immer.

Die Lebenskraft, die in wintergrünen Gewächsen steckte, wurde als Heilkraft gedeutet. So glaubte man sich Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man dieses zu Neujahr mit Grünem schmückte. Schon die Römer bekränzten ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen. Das mittelalterliche Deutschland brachte je nach Landschaft Eibe, Stechpalme, Wacholder, Mistel, Buchs, Tanne und Fichte ins Haus. 
Die Sitte, grüne Tannenzweige (“Weihnachtsmaien”) ins Haus zu stellen, wird sogar schon für 1494 im “Narrenschiff” Sebastian Brants bezeugt. Schon von 1535 ist überliefert, dass in Straßburg kleine Eiben, Stechpalmen und Buchsbäumchen verkauft wurden, die noch ohne Kerzen in den Stuben aufgehängt wurden. 1605 soll es bereits einen mit Äpfeln geschmückten, aber noch kerzenlosen Weihnachtsbaum in Straßburg gegeben haben. Es soll 1611 in Schlesien der erste kerzengeschmückte Tannenbaum im Schloss der Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien gestanden haben.

Im 18. Jahrhundert wurde der Tannenbaum häufiger, so berichtet Lieselotte von der Pfalz 1708 von einem Buchsbäumchen mit Kerzen. Goethe lernte den Weihnachtsbaum in Straßburg 1770 kennen, und in Berlin soll der erste Weihnachtsbaum um 1780 aufgetaucht sein. In Berlin stand 1780 der erste Weihnachtsbaum. Für das Jahr 1813 werden die ersten Weihnachtsbäume aus Wien und Graz gemeldet, 1815 aus Danzig, allgemeiner verbreitet hat sich der Christbaum in Österreich erst, seit Henriette von Nassau-Weilburg, die Gemahlin des Erzherzogs Karl, im Jahre 1816 das Weihnachtsfest mit einem kerzengeschmückten Weihnachtsbaum gefeiert hatte. In die Neue Welt kam der Weihnachtsbaum gewissermaßen im Reisegepäck deutscher Auswanderer, und 1891 wurde erstmals ein Lichterbaum vor dem Weißen Haus, dem Amtssitz des Präsidenten der USA, in Washington aufgestellt.

NORDMANNTANNE: Es ist der meistverkaufte Weihnachtsbaum in unseren Landen. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Nadelfestigkeit aus. Der Kauf ist absolute Vertrauenssache und wird nur mit Ursprungsurkunde getätigt, da 2-3 Jahre nötig wären, bis man erkennen kann, welche Sortenreinheit die Jungpflanze und somit der zukünftige Weihnachtsbaum hat. Da sie viel langsamer wachsen als Fichten und Blautannen, ist ihr Preis etwas höher. Eine Nordmanntanne benötigt ca. 12-15 Jahre um Zimmerhöhe zu erreichen. Das Samenkorn der Nordmanntanne kommt aus dem türkischen oder russischen Kaukasus.

BLAUFICHTE: Stammt u.a. aus Nordamerika. Sie weisen einen großen “Blauanteil” auf. Das ist ein Schimmer auf den Baumnadeln dessen Intensität aber nicht nur vom Typ selbst, sondern auch von der Witterung abhängig ist. 

BLAUTANNE: Identisch mit Blaufichte, nur ihre Nadelfestigkeit ist etwas länger von Dauer.

ROTFICHTE: Ist der traditionelle Weihnachtsbaum. Sie steht zur Adventszeit als Lichterbaum im Vorgarten oder auf dem Balkon. Weihnachten ist sie der preiswerte Baum für die eigentlichen Festtage.

Rockefeller Center, New York, Bild: dpa