Ein kleines Weihnachtswunder 🙂 Können wir alle gebrauchen… Eine schöne Geschichte (auch aus 2004…aber noch immer aktuell)

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus: den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke

Der kleine Baumwollfaden
Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war. „Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach,“ sagte er sich, „und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen, habe ich zu viele Hemmungen.Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos.Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid.Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon?

Niemand braucht mich. Niemand mag mich – und ich mich selbst am wenigsten.So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte: „Lass dich doch nicht so hängen, du Baumwollfaden. Ich hab da so eine Idee. Wir beide tun uns zusammen.Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich hab dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal.Es ist doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!“Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte:„Nun hat mein Dasein doch einen Sinn“.Und wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfäden und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu leuchten?

Weihnachtswetter
” Ist es Grün zur Weihnachtszeit, fällt der Schnee auf Ostereier,
Ist´s windig in den Weihnachtstagen, sollen viel Obst die Bäume tragen,
Hängt zur Weihnachten Eis an den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schlagen”,
so lauten einige der bekanntesten volkstümlichen Wetterregeln im Zusammenhang mit der Weihnachtszeit. Ebenso bekannt wie vor allem von den Wintersportlern gefürchtet ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, ein in Mitteleuropa häufig auftretender, durch den Vorstoß milder Meeresluft (Weihnachtszyklone) nach einer Kälteperiode ausgelöster, bis weit in den Kontinent hineinreichender Wärmerückfall in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr.

Gänsebraten
” Eene jut jebratene Jans is ne jute Jabe Jottes”, so heißt es in einem alten Berliner Spruch. Quer durch alle deutschen Landschaften ist die Gans nach wie vor der schon fast Weihnachtsvogel. Der knusprige Gänsebraten gehört zum Weihnachtsfest wie das Tannengrün und die Kerzen, ohne hier eigentlich seine Herkunft zu haben. Aus England, wo heute der Puter als Festbraten gilt, ist die Weihnachtsgans zu uns gekommen. Gewissermaßen die Geburtsstunde der Weihnachtsgans schlug am Heiligabend des Jahres 1588 am Hofe der Königin Elisabeth 1. Es gab zufällig Gänsebraten, als ihr die Nachricht von der Zerstörung der spanischen Armada. Zur Erinnerung daran galt die Gans fortan als Festbraten.