Erste Erfolge bei den DEMs

„Großmeister sind auch nur Menschen“

Konzentration, Mut, vorbereitete Eröffnungs-Varianten, Nervosität – man merkt es schnell. Es müssen wahrhaftig die Deutschen Meisterschaften im Schach sein. Und was macht ein Schachspieler lieber als fremde Partien mal eben schnell mit dem Computer durchzuklicken bzw. diesen an kritischen Momenten zu befragen? Diese Möglichkeit haben Sophie Petersen und Aaron Matthes logischerweise während ihrer Partien nicht. Sie sind ganz auf sich gestellt.

Man merkt schnell, dass Sophie und Aaron sehr gut vorbereitet sind. So kommen die schärfsten Varianten vom Sizi zum Schotte bis zum Benko-Wolga-Gambit aufs Brett. An der Eröffnung scheitert es bei uns Brandenburgern nicht. Im Gegenteil, häufig erreichten Sophie und Aaron vorteilhafte Stellungen im frühen Mittelspiel und das gegen Gegner/innen, die bis zu 500 DWZ mehr haben und sogar FIDE-Titel besitzen.

Aaron hat mit 2 Punkten aus 4 Spielen einen guten Start erwischt. So konnte er GM Thomas Pähtz und den jungen FIDE-Meister Tobias Kolb remisieren, IM Alexander Belezky sogar klar überspielen und den vollen Punkt einstreichen. Zugegeben, manchmal gehört auch ein wenig „Glück“ dazu. Von Glück kann man allerdings im Schachsport nur bedingt reden, denn alles hat seine Gründe. So kam es z.B. vor, dass ein Großmeister ein Matt in 2 übersehen hatte und nach dieser ausgelassenen Chance Aaron noch den halben Punkt retten konnte. Wie passiert sowas? Nun, sicherlich hat Aaron viel Druck gegen ihn schon während der Eröffnung ausgeübt und zäh gekämpft. Und das führt dazu, dass auch Großmeister Fehler machen können, es sind schließlich auch nur Menschen. Aarons Mut, gut vorbereitete Eröffnungs-Varianten und Konzentration können schon mal jemanden nervös machen. 😉

Ich wünsche Aaron, dass er weiterhin den Mut behält und in kritischen Momenten einen kühlen Kopf bewahrt sowie die richtigen Entscheidungen trifft.

Sophie macht in meinen Augen einen guten Job im Turnier. Sie hat keine Angst vor den hohen Zahlen ihrer Gegnerinnen und hatte bisher in jeder der bisher 5 gespielten Partien Chancen. Die nominelle Rating-Differenz zwischen ihren Gegnerinnen und ihr ist nicht in der angenommenen Ausprägung zu erkennen. In kritischen Momenten, taktischen Stellungen und bei Figuren-Abtäuschen hatten ihre Gegnerinnen jedoch häufiger die besseren Entscheidungen getroffen. Dies muss aber keinesfalls so bleiben und ich bin sicher, dass noch viel Potenzial in Sophie steckt. So konnte sie bereits gegen Lena Mader (1831 Elo) die bessere Leichtfigur besitzen und ein Remis erzielen.

Sophie wünsche ich ebenfalls, dass sie weiterhin den Mut behält und in kritischen Momenten einen kühlen Kopf bewahrt sowie die richtigen Entscheidungen trifft. Es fehlt definitiv nicht viel.

Sophie und Aaron, Brandenburg steht hinter euch!

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