Time to say goodbye

[18.7.2017]

Vor 16 Tagen machten sich 232 Deutsche SportlerInnen auf den Weg nach Israel, um ihr Können, hartes Training und ihre sportliche Leidenschaft bei der Makkabiade unter Beweis zu stellen. Heute verabschiedeten wir uns endgültig von unseren neu- dazu- gewonnenen- Freunden, der Makkabiade und Israel.
Mit insgesamt 46 Medaillen (Vergleich Makkabiade 2013, 19 Medaillen) blicken wir auf eine sehr schöne, anstrengende, sportliche und zu schnell vergangane Zeit zurück.Somit möchte ich im folgenden Beitrag noch einiges erwähnen wofür keine Zeit war.Nachdem der schachliche Teil der Makkabiade mit einer Siegerehrung am Freitag (14.7.2017) abgeschlossen wurde, hatten wir endlich Zeit uns anderweitig zu beschäftigen.Das wir uns am Strand in Tel Aviv bei 38℃ im Schatten sonnten, wird euch vermutlich minimal interessieren, deshalb überspringe ich diesen Teil. 😀

„Ask our seller“ (fragt unseren Verkäufer)- Eissorte 😀

Am Samstag Abend gingen wir zum Eishockey Finale: USA vs. Kanada!!
Ein sehr spannendes Match unter Mannschaften, die sich oft begegnen und es nie klar ist, wer als  Gewinner das Stadion verlässt. Für mich war es das erste Eishockeyspiel und ich hätte nicht erwartet, das es so spannend und mitreißend sein wird.
Auch für Israel war diese Veranstaltung eine große Sache. Mit insgesamt 7.000 Zuschauern und Fans war das Eisstadion in der Wüste sehr gut gefüllt.
Auch unsere Delegation stellte eine Eishockeymannschaft auf, leider bestand diese aus 12 Personen, wobei einige während der Makkabiade auf Grund von Verletzungen ausfielen. Aber dabei sein ist in diesem Falle alles! Und ich habe sehr viel Respekt vor dieser Leistung!!
Die Amerikanische Mannschaft hatte 22 Spieler und die Kanadische 18.
Auf dem Feld spielen 5 Spieler + 1 Torwart und somit ist es von Vorteil, wenn man viele Spieler zum austauschen hat, da schnell einer ausfallen kann oder nach einem Bodycheck eine Pause braucht.
Auch wenn ich mich in dieser Sportart wenig auskenne, empfand ich, dass das Spiel ein sehr hohes Niveau hatte. Mich begeisterte vor allem die Schnelligkeit und Präzision auf dem Eis, auf Schlittschuhen!!In den ersten paar Minuten schossen die Kanadier zwei Tore. Dies war für die Amerikaner kein guter Start, doch sie kämpften. Man spürte auch, wie wichtig der Goldmedaillensieg für beide Mannschaften war, so viel Energie und Ehrgeiz kam bei mir, als Zuschauer, an!

2:0 für Kanada
2:1
3:1
3:2
Super spannend, ob die Amerikaner noch aufholen werden.
Doch am Ende zeigten sich die Kanadier als klare Sieger und gewannen die goldene Medaille mit 7:2!
Silber Amerika
Bronze Russland
Herzlichen Glückwunsch!! Am nächsten Tag hatte die amerikanische Mannschaft den Verlust verdaut und sind mit uns bzw. wir mit ihnen nach Tel Aviv gefahren.
Am Abend des 17.7. gab es im Amphitheater dann die große Abschlussfeier.
Mit den Worten „Higher, Better, Together“ wurden die Schwerpunkte der 3. größten Sportveranstaltung der Welt definiert.
Natan Sharanski war auch hier zu Gast und teilte uns bei der Abschlusszeremonie mit, dass er, nachdem er beim Simultan im Schach 17 von 20 Spielen gewonnen hat, jetzt mit dem Training für Basketball anfängt und sich in vier Jahren, bei der nächsten weltweiten Makkabiade, mit den Basketballmannschaften messen wird. Sehr sympathisch. 😀

Natan Sharanksi

Mit viel Entertainment, Show, Musik und Tanz wurde es sehr bunt auf der Bühne, wirklich alle, ob jung oder alt, feierten und tanzten. Bis die Moderatorin und das israelische Model Bar Refaeli uns daran erinnerte, dass die Makkabiade 2017 nun vorbei ist. Das, worauf viele Sportler zwei bzw. vier Jahre hingearbeitet haben (einschließlich mich), ist nun Geschichte.

Bar Rafaeli

Um ehrlich zu sein, fällt es mir sehr schwer alle Ereignisse irgendwie zu beschreiben, weil es sehr viele und diverse sind. Deshalb verzeiht mir, wenn ich nur einige Aspekte erwähne.
Ein paar Worte will ich noch zum schachlichen Alltag bei der Makkabiade verlieren.Neun Partien,  ~ 140 Schachspieler, viele verschiedene Länder, fünf verschiedene Turniere und von Amateur bis Großmeister. Alles dabei!
Bis auf ein paar Ausnahmen spielten wir täglich um 15:00 Uhr unsere Runde. Dies fand ich persönlich ein bisschen suboptimal, weil man weder davor, noch danach was gescheites machen kann. Den Vormittag nutzten wir zum Vorbereiten der Partie. Dies geschah teilweise auch am Pool.
Nach der Partie sind wir das ein oder andere mal in die Innenstadt Jerusalems gefahren. Andere Sportarten uns anschauen bzw. das Deutsche Team anfeuern war auf Grund unserer Spielzeiten kaum machbar, deshalb haben wir uns umso mehr gefreut, dass wir das Eishockeyspiel miterleben durften!
Somit waren die neun Tage, an denen wir gespielt haben, sehr Schachintensiv mit ein bisschen Kultur am Abend und Entspannung am Morgen.
Sehr auffallend war, dass der sportliche Wettbewerb mehr im Fokus stand als ich erwartet hätte.
Zusammengefasst waren die 16 Tage, die wir in Israel verbracht haben eine sehr schöne und aufregende Zeit. Zwischen dem schachlichen auf und ab, gab es sehr viel zu erkunden und noch mehr zu lernen.
Ich möchte mich bei allen Beteiligten bedanken für die sowohl finanzielle Unterstützung, die mir die Teilnahme erlaubt hat, als auch die ideelle Unterstützung vor, während und nach den Spielen, in und außerhalb Israels, persönlich oder über soziale Medien!!
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in diese große Veranstaltung schaffen. Desweiteren auch Danke an euch Leser, die mir das Gefühl gaben, dass ich nicht umsonst versucht habe meine Gedanken und Erlebnisse hier zu verschriftlichen!
Danke, Danke, Danke!!!!
Mir ist bewusst, dass es noch viel mehr zu erzählen gibt, deshalb fragt einfach online oder falls man sich mal wieder auf einem Turnier, Veranstaltung oder privat trifft, nach!
Somit verabschiede ich mich von den persönlichen live Beiträgen über die Makkabiade 2017!
Auf Wiedersehen und bis ganz bald.
Eure Margaryta
 
P.S. gewünschte Partieanalyse wird, wenn mein Laptop aus dem Koma erwacht, folgen. 🙂

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