DEM 2019 aus Sicht eines Betreuers

Menschen, Menschen und nochmal Menschen. Und alles dreht sich um Schach. Es ist wieder soweit – In der Mitte von Deutschland in Willingen hat die DEM 2019 begonnen. Der Einmarsch der Länder für mich dieses Jahr ein besonderer Höhepunkt: Denn mein Sohn gehört dieses Jahr zur Fahnendelegation und darf Brandenburg auf dem Podium vertreten.

Zunächst gab es Irritationen: wo sollen die Partien unserer Spieler mit den Landestrainern ausgewertet werden – Wir haben keinen Analyseraum. Martina Sauer muss ran und klärt die Frage auf der ersten Delegationleitersitzung. Unsere Helden am Brett lassen sich nicht beirren und die Auftaktrunde wird zu einem Erfolg für Brandenburg.

Dann beginnt der Tunieralltag. Für mich als Betreuer bedeutet das, darauf achten, dass pünktlich aufgestanden etwas zum Frühstück gegessen wird. Kontrolle beim Schützling vor dem Gang zum Tuniersaal: Ausweis, Stift, was zu Trinken und zu Essen dabei? Ja, alles klar. Hier gibt es keine Karenzzeit für Zuspätkommer.

Also planen wir ca. 15 Minuten vor jeder Runde am Brett zu sein. Und so reihen wir uns den Strom der mehr als 700 Aktiven ein, die alle ein Ziel haben – die Kongresshalle die in einen riesigen Tuniersaal verwandelt wurde. Die Organisation läuft wie am Schnürrchen. Die Bretter können pünktlich frei gegeben werden. Die Betreuer drängen sich jedesmal in den Gängen zwischen den langen Tischreihen.

Während unsere Besten am Brett um Punkte ringen, habe ich nun etwas Zeit. Das Freizeitteam bietet wie jedes Jahr Möglichkeiten für Aktivitäten. Tischtennis, Federball und Hallenfussball gehören dazu, wie auch die Möglichkeit an Spielen teilzunehmen, die unter dem diesjährigen Motto „Freibeuter der Meere“ organisiert wurden. Auch das Hotel bietet einiges.

Soll ich mal ins Spassbad gehen oder gleich in die Sauna? Die Zeit vergeht wie im Fluge. Martina hält uns in der DEM-WhatsApp-Gruppe immer auf dem Laufenden. Wann treffen wir uns zum Gruppenfoto, wer spielt mit im Länderfussballtunier. Hier konnten wir erstmalig zwei Teams ins Feld führen. Leider kamen wir nicht über die erste Rund hinaus. Aber dabei sein ist alles.

Abends, wenn unsere Spieler hoffentlich im Bett sind, konnten sich die Betreuer und Trainer auf ein Bier treffen und den Tag Revue passieren lassen. Besonders interessant war die tägliche Livekommentierung jeder Runde mit wechselnden Co-Moderatoren. Hier war ich des Öfteren, um zu erfahren, was an den ersten Brettern abging.

Die Distanz über 9 Runden verteilen sich über 7 Tage, sodass abwechselnd am Tag eine Doppelrunde oder nur eine Runde gespielt wird. Wird eine Doppelrunde gespielt, ist der Tagesablauf durchgehend von Vorbereitung, Spiel, Analyse und wieder Vorbereitung, Spiel und Analyse bestimmt. Das ist besonders für die Spieler und die Trainer anstrengend. Ist nur eine Runde angesetzt, haben alle am Tag Zeit sich zu entspannen und auch mal auf die Sommerrodelbahn zu kommen.

Noch sind nicht alle Runden gepielt und doch habe ich das Gefühl, dass die Zeit sich im Laufe des Turniers sich beschleunigt hat. Ich denke: Schade, dass es bald wieder zu Ende geht. Aber nächstes Jahr gehts weiter.

Dirk May, Betreuer

Das könnte dich auch interessieren …